Ich will euch mal über den aktuellen Stand meines Bunkerbaus informieren.
Nachdem
@freiberger ein paar Bedenken über meine Konstruktion geäußert hatte, bin ich doch etwas nervös geworden. Aus seiner Sicht gibt es zwei wesentliche "Schwächen" an meinem Bau.
1. Boden: Ja, ich kenne den Boden und dessen Belastbarkeit nicht. Es ist aufgeschüttetes Land, dass sich ein paar Jährchen setzen konnte. Wie weiter vorne in meinem Bericht beschrieben, hatte ich eine Baugrube mit einer Tiefe von 1-1,2m ausgehoben. Den Boden habe ich dann mit meiner Rüttelplatte verdichtet. Vor dem Baubeginn wollte ich zumindest unter den Footings Bohrpfähle setzen. Ich hatte mir das so gedacht, dass ich mir so einen günstigen benzinbetriebenen Erdbohrer kaufe, die Löcher damit bohre, Bewehrung rein und mit Beton auffülle. Das hatte ich dann aber relativ schnell wieder verworfen. Irre aufwändig und der Boden erschien mir fest genug. Zu diesem Zeitpunkt war mir das Gesamtgewicht meiner Konstruktion auch noch überhaupt nicht so bewusst. Konstruktiv habe ich dann versucht, dass Gesamtgewicht über die "Unterzüge" am Boden etwas auf die Fläche zu verteilen und nicht nur über die Säulen und deren Footings.
Es ist jetzt so wie es ist und ich kann an diesem Punkt nichts mehr ändern. Setzungen sind vermutlich immer zu erwarten. Die Zeit wird es zeigen, wie groß die Setzungen sein werden. Einstürzen wird mein Gebäude aber sicherlich (hoffentlich) nicht.
2. I-Träger / H-Beams: Wenn ich nur die Gesamtgewichte nehme, zumindest so wie ich das überschlagen kann, sollte das funktionieren. Ich bin aber kein Statiker und kann das nicht wirklich berechnen. Was Freiberger da bemängelt hat, hat mich jedoch schon zum Grübeln gebracht. Mein Schnellschuss, mit den zusätzlichen Vierkantprofilen unter den Spannbetonplatten, ist aber komplett für den A....! So ein Vierkantprofil mit 100x50mm und einer Wandung von 3,2mm mag ja recht stabil erscheinen, trägt aber maximal "ein paar Kilo", bevor die knicken. Vermutlich würde ein Punktlast von 100-150kg in der Mitte bereits eine Durchbiegung im Zentimeterbereich verursachen. Das Thema Unterzüge ist durch. Das geht nicht und wäre auch nur dann sinnvoll, wenn ich die Last (meine Wassertanks) über oder nahe darauf stellen könnte.
Meine ursprünglicher Entwurf war folgender:
Quasi Unterzüge rings um von Säule zu Säule, auch quer über den Container. Spannbetonplatten ober drauf und darauf eine stahlbewehrte Betonplatte. Da hatte ich aber keine Lösung gefunden, wie ich die Schalung der Unterzüge über dem Container beim Betonieren abstützen kann. Auch da wäre die Nutzlast (meine Wassertanks) nicht auf den Unterzügen. Somit habe ich mich dagegen entschieden und dieses Konzept verworfen.
Und so bin ich bei der Konstruktion gelandet, wie sie jetzt ist. Zusätzlich zu den Säulen die Mauern tragend auslegen. I-Träger zwischen die Säulen. Spannbetonplatten drauf und stahlbewehrte Betonplatte.
@freiberger hat mir geraten, die Last von den drei I-Trägern zu nehmen. Die zuvor erwähnten Vierkantprofile waren ein Schnellschuß. Bringt nichts. Meine derzeitige Überlegung ist, drei weitere I-Träger einzubauen. Nimmt Last von den drei bereits vorhandenen Trägern. Meine Drainage für das Obergeschoß müsste ich etwas umbauen und die Abläufe wären nicht mehr mittig. Damit könnte ich aber leben. Diese zusätzliche Träger muß ich dann an den Stürzen über den Mauern verdübeln. Gefällt mir eigentlich nicht, da die Stürze "schwimmend" auf den Mauern aufliegen und mittig darunter auch die Ventilation Blocks sind. Da die zusätzlichen Träger zwischen zwei Stürze eingepasst werden, kann da aber theoretisch nichts passieren. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ich mir einen 500mm >=12mm SDS-Plus-Bohrer besorge, vertikal von oben durch die Stürze bis zum Mauerwerk durchbohre und dann 9er oder 10er Eisen reinklopfe, eventuell mit Sika Anchor Fix verklebt. Fünf bis sechs Eisen pro Sturz.
Die Last läge somit auf den Säulen, den Mauern/Stürzen und den I-Trägern. Mehr kann ich mir gerade nicht vorstellen. Dann die Spannbetonplatten oben drauf, Bewehrung und betonieren.
Folgendes Bild zeigt prinzipiell den Ist-Zustand, jedoch bereits mit den drei zusätzlichen Trägern.
Und hier dann nach dem Auflegen der Spannbetonplatten
Bewehrung der Deckenplatte. Da habe ich mich im CAD voll ausgetobt. Konstruktive Vorlage war hierfür die Methode "Two-way slab reinforement".
Hier ein Beispiel:
https://www.civilengineermag.com/types-of-slab/
Angefangen hatte ich mit durchgängigen Stäben in Längsrichtung. Da ist ein Stab dann aber ca. 7m lang. Unpraktisch und sehr schwierig umzusetzen. Da ich zwischen den acht Säulen drei identische Felder habe, plane ich jedes Feld eigenständig zu bewehren. Lediglich die äußeren "eingebetteten Träger" werden wenn möglich durchgehend. An diesen "Trägern" hänge ich die Flächenbewehrung dann ein. Theorie und Praxis.
Derzeitiger Entwurf ist komplett aus 16er. Würden für die Fläche auch 12er ausreichen*? Ich weiß es nicht. Mit 16er fühle ich mich deutlich wohler. Macht die Verarbeitung (Biegen, ...) "etwas" schwerer - und natürlich teurer. Ein 10m 16er kostet momentan ca. 360THB und ein 12er ca. 205THB (Richtwert Thaiwatsadu). Auf den ersten Blick kein großer Unterschied, ich würde für den derzeitigen Entwurf jedoch netto 1000 Meter 16er benötigen. Da käme nochmal ein Verschnitt dazu (>=5%?) und das auch nur, wenn ich die Stäbe vernünftig gerade biegen kann. Dazu käme dann ein Nettobedarf von 220 Meter 9er für die Bügel und Klammern, wobei ich an der einen und anderen Stelle jetzt schon weiß, dass ich zusätzliche Klammern reinmachen werde.
So wie ich das jetzt konstruiert habe, ergebe sich eine Betonstärke von ca. 23-24cm über den Spannbetonplatten. Sollte das Bauwerk dann nicht einstürzen oder bis zur Oberkante im Erdreich versinken, hätte ich hinsichtlich meiner vier Wassertanks mit jeweils 1500 Liter keinerlei Bedenken mehr.
Das ist alles viel Arbeit und ich stelle mir unentwegt die Frage, ob das während meines nächsten Aufenthalts eigentlich machbar ist. Geplant ist derzeit der August mit dann maximal 23-24 Tagen, welche ich für meine Baustelle habe. Klingt erstmal ausreichend - wenn das Wetter mitspielt und das ist die große Unbekannte. Wenn ich mit der Bewehrung anfange, dann müssen wir das inkl. Beton auch fertig machen.
Achja. Die Schalung ist noch ein Thema. Das habe ich mittlerweile auch bereits zu 80% gelöst und stelle das in einem meiner nächsten Beiträge hier vor.
* Ich habe die Google-KI schon mehrmals nach dem Bewehrungsgrad gefragt, jetzt meine Frage aber nochmal präzisiert.
Frage: "
Wie viel Kilogramm Stahl wird für eine 25cm dicke freitragende Betondecke mit einer Fläche von 2m x 3m und einer Tragfähigkeit von 2000kg pro Quadratmeter empfohlen"
Antwort "
Für eine 25 cm dicke, freitragende Betondecke mit einer Fläche von 2m x 3m und einer extrem hohen Tragfähigkeit von 2000kg/sqm wird eine Stahlmenge von etwa 180 bis 225kg empfohlen. ...".
Bei meiner Konstruktion komme ich auf ca. 285kg/sqm, allerdings inkl. der umlaufenden, eingebetteten Träger.
Für konstruktive Ratschläge bin ich jederzeit empfänglich.