Ja, vermutlich hast Du Recht. Bis vor einem Jahr hatte ich von Bausachen, speziell Stahlbetonbau, überhaupt keine Ahnung und würde auch jetzt noch nicht behaupten, dass ich viel Ahnung habe. Ich habe mir viel abgeschaut, speziell Pantip war da eine gute Quelle. Und die von Thais gebauten 6-stöckige Hotels brechen hin und wieder auch zusammen. Aus Pantip weiß ich, das es auch in Thailand nicht unüblich ist, dass ein Architekt, Bauingenieur oder Statiker ein Gebäude plant und auch Berechnungen anstellt. Ob das dann auch so umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Auf dem Land wird vermutlich weniger, bzw. gar nichts berechnet. Vermutlich wird es meistens noch nicht mal eine Skizze, bzw. einen Bauplan geben. Da gibt es dann die "Baumeister", welche mehr oder weniger Erfahrung haben. So wurde auch das Haus von meiner Frau "geplant", bzw. gebaut. Ergebis ist dann, dass es früher oder später zu Rissbildung kommt oder das durch mangelhafte Betonüberdeckung kritische Korrosion auftritt. Beim Haus von meiner Frau ist noch alles okay, ist aber auch erst drei Jahre alt.
Ich habe bei meinen Bautätigkeiten immer nur ein sehr kleines Zeitfenster. Ich kann es mir beruflich und finanziell leider nicht erlauben, dass ich z.B. drei Monate vor Ort bin. Bei drei Wochen Aufenthalt muß ich eben vernünftig im Vorfeld planen, damit ich einen sinnvollen Abschluß erreiche. Was bringt es mir, wenn ich eine Stahlbewehrung fertig bekomme, aber dann keine Zeit mehr fürs Betonieren habe? Dann verottet mir das Ganze bis zu meinem nächsten Besuch.
Eigentlich ist mir das Projekt schon längst über den Kopf gewachen. Hilft aber nichts. Ich plane jetzt einfach kleinere Schritte und dieses Mal hat es auch wunderbar geklappt, im Gegensatz zu meinen Besuchen im November und März. Da hatte ich mir einfach zu viel vorgenommen, jedoch glücklichweise noch jeweils einen sinnvollen Abschluß gefunden.
Ich versuche jeden Abschnitt möglichst richtig zu machen, siehe auch jetzt das Thema Übergreifungsstoss, bin jedoch auch bereit dazu Kompromisse einzugehen und zu improvisieren, wenn es dann in der Realistät nicht so umsetzbar ist, wie ich mir das vorgestellt habe.
Ich ärgere mich gerade etwas darüber, was ich im März so fabriziert habe. An den Knoten Säulenanfang-vertikale Balken hätte ich noch ein paar Stäbe mehr reinsetzten sollen. Wenn mal später von oben eine Belastung auf die Säulen kommt, dann wird es da bestimmt zu Rissbildung kommen. Genau an dem Übergang Balken->Säulen werden die höchsten Biege- und Scherkräfte auftreten. Das kann ich jetzt aber leider nicht mehr ändern.
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So, und jetzt muß ich mal meinen Psychiater anrufen. Mal schauen, ob er kurzfritsig einen Termin für mich hat und etwas gegen meine Krankheit machen kann...