Das Ende des Westens?

Deng Xiao Ping hat die kapitalistische Entwicklung Chinas bereits in den 1978 eingeleitet.
Ja, das kann man durchaus so sehen. Die De-Kollektivierung von Landwirtschaft und Unternehmen, die Schaffung der Special Economic Zones und die Auslandsinvestitionen waren wichtige Schritte. Der entscheidende ideologische Umbruch kam aus meiner Sicht aber erst in den 90ern. Aber das führt vom Thema weg.
 
In Deinem verlinktem Video, @x-pat , wird ja auch der westliche "Liberalismus" in Frage gestellt.

Ich koennte mir vorstellen, dass vor allem die Demontierung des traditionellen Familienbildes im Westen dazu beitraegt, dass der Westen vom Rest der Welt nicht (mehr) ernst genommen wird.

Wenn die Aufmaersche und Darstellungen der LQBT++ Leute und die penetrante Praesenz in allen moeglichen Medien schon hinreichend viele westliche Buerger verstoeren, wie werden diese erst auf andere Kulturen wirken? Wenn Menschen sich als Hunde oder was weiss ich verstehen und sich auch als solche bewegen?

Nein, keine Bashing von Menschen anderer sexuellen Vorlieben. Es geht um die Hervorhebung bzw. Betonung.

Um in Thailand zu bleiben: waere vorstellbar, dass vor oeffentlichen Amphoe Gebaeuden die thailaendische Flagge durch Regenbogenfahnen ersetzt wird?
 
Ich koennte mir vorstellen, dass vor allem die Demontierung des traditionellen Familienbildes im Westen dazu beitraegt, dass der Westen vom Rest der Welt nicht (mehr) ernst genommen wird.
Es wird dem Westen sogar oft als Zeichen von Dekadenz vorgehalten, zum Beispiel von Russland oder von islamischen Ländern. Das halte ich aber eher für ein kulturelles Missverständnis. Stichwort Culture Clash. Es hat wenig mit Liberalismus zu tun. Eine liberale Gesellschaftsordnung schließt nicht notwendigerweise eine konservative oder traditionelle Orientierung aus. Singapur, Schweiz, Japan und auch die amerikanischen Südstaaten sind Beispiele dafür.

Um in Thailand zu bleiben: waere vorstellbar, dass vor oeffentlichen Amphoe Gebaeuden die thailaendische Flagge durch Regenbogenfahnen ersetzt wird?
Nein, dass würde sicherlich gegen den Geist der konservativen Kultur in Thailand verstoßen. Was aber nicht bedeutet, dass LGBTQ in Thailand von der konservativen Kultur unterdrückt werden. Von daher: gutes Beispiel.
 
OK, noch ein paar weitere Beobachtungen zum "Ende des Westens". Wir können das von zwei Seiten betrachten, von innen der von außen. Von außen sehen wir den Aufstieg Chinas, aber auch den Aufstieg von anderen Nationen wie Indien, Vietnam, Indonesien und dem afrikanischen Kontinent. Von innen sehen wir folgende Dinge:
  • die wirtschaftliche Stagnation Europas
  • die Überalterung vieler westlicher Gesellschaften
  • die Aushöhlung liberaler Gesellschaften durch Migration
  • die politische Zerissenheit vieler westlicher Staaten
  • die bürokratische Überfrachtung und der Paternalismus in vielen westlichen Staaten
  • die Weltmacht USA auf einem zerstörerischen innenpolitischen Kurs
  • die Überdehnung der militärischen Macht der USA
  • die sich abzeichnende Fragmentierung der NATO, Drohung einer Abspaltung der USA
  • die De-Dollarisierung der Weltmärkte
 
Es gibt vermutlich genauso viele Punkte die sich im Westen positiv entwickelt haben sagen wir mal gegenüber den Achtziger Jahren.
 
Um in Thailand zu bleiben: waere vorstellbar, dass vor oeffentlichen Amphoe Gebaeuden die thailaendische Flagge durch Regenbogenfahnen ersetzt wird?
Auch in Bangkok gibt es einmal im Jahr eine lautstarke bunte Pride Parade mit hunderttausenden Teilnehmern und natürlich auch bunten Fähnchen, aber keine mediale Dauerpräsenz
 
Auch in Bangkok gibt es einmal im Jahr eine lautstarke bunte Pride Parade mit hunderttausenden Teilnehmern und natürlich auch bunten Fähnchen, aber keine mediale Dauerpräsenz
Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dort LGBTQ ein Thema in der Schule ist, wobei die Lerninhalte sicherlich diskussionswürdig sind.
 
Die Golfstaaten zeigen seit Jahrzehnten wie man allein mit Bodenschätzen ein blendendes Leben führen kann. Lief in Russland bis 2015 so ähnlich, wobei Putin jahrelang vergeblich getrommelt hat die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Erst mit den westlichen Sanktionen erfolgte dann der Umschwung.
Das ist im übrigen ein interessanter Effekt, erst die Ausgrenzung führte zur Entwicklung eigener Kräfte und Ideen.
Und mit Öl und Gas lässt sich immer noch sehr gut Geld verdienen, nur muß man vom Rohstoff Lieferanten, zum Zwischenstoff- und dann zum Endprodukt Lieferanten werden.
Der Import von russischem Gas ist "verboten", der Import von Kunstdünger daraus nicht.
Schlecht für die ostdeutsche Chemieindustrie.
 
Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dort LGBTQ ein Thema in der Schule ist, wobei die Lerninhalte sicherlich diskussionswürdig sind.
Es ist schon allein durch die blosse Anzahl von an sich männlichen Kathoeys und weiblichen Tomboys unter den Schülern und deren "Sichtbarkeit" ganz sicher ein Thema, wobei mir schon früh aufgefallen ist, das die mit ihrer grösseren Extrovertiertheit bei gemeinsamen Veranstaltungen auch oft die dominanten Wortführer bzw. Klassensprecher an Schulen und Unis sind.

Aber sie stellen sicher nicht die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft in Frage.
 

Passt zum Thema.

Vermutlich werden die meisten von uns die von Kohei Saito beschriebene Zukunft nicht erleben.

Wir sollten dafür dankbar sein - wenn diese denn tatsächlich so kommt.
 

Passt zum Thema.

Vermutlich werden die meisten von uns die von Kohei Saito beschriebene Zukunft nicht erleben.

Wir sollten dafür dankbar sein - wenn diese denn tatsächlich so kommt.
Insgesamt wilde Thesen, die er zumindest im Interview nicht auflöst.
Selbst stimme ich nur seiner These: „Seit der Corona-Krise herrsche im Westen Kriegswirtschaft“ zu
 
Passt zum Thema. Vermutlich werden die meisten von uns die von Kohei Saito beschriebene Zukunft nicht erleben. Wir sollten dafür dankbar sein - wenn diese denn tatsächlich so kommt.
Das du mal einen Marxisten zitierst finde ich interessant. :D

Apokalyptische Thesen und Untergangsszenarien sind im Moment wieder sehr modern, vor allem in den Social Media. Es gibt einen Youtube Kanal, Diary of a CEO, den ich früher mal gerne gehört habe, immer noch gelegentlich höre, der sich auch oft mit Vorhersagen wie "der Kollaps kommt nächstes Jahr" oder "Wir haben den Point-of-not-return in der KI überschritten" darstellt. Geht mir ehrlich gesagt ziemlich auf die Nerven. Aber es verkauft sich gut. Ein distopischer Ausblick in die Zukunft mit irgendeiner Koriphäe im Interview ist heute eine Garantie für hohe Klickzahlen. Man kann damit sogar Bücher verkaufen.

Eine ganze Menge Leute scheinen gerade massive Zukunftsängste auszubrüten. Man mag vermuten, dass auch Saito auf dieser Welle reitet.

Natürlich haben wir in der Welt Krieg und Krisen, aber die hat es immer schon gegeben. Wenn wir in diesem Thread vom "Ende des Westens" reden, habe ich dabei nicht Chaos und Kollaps vor Augen, sondern einen jahrzehntelangen Prozess der die Welt von gestern in eine neue multipolare Weltordnung überführt. Wir sind ja bereits auf dem Weg dahin. Ich stelle lediglich fest, dass die wahrscheinlichsten Opfer die alten Hegemonien sein werden.
 
Es ist schon allein durch die blosse Anzahl von an sich männlichen Kathoeys und weiblichen Tomboys unter den Schülern und deren "Sichtbarkeit" ganz sicher ein Thema, wobei mir schon früh aufgefallen ist, das die mit ihrer grösseren Extrovertiertheit bei gemeinsamen Veranstaltungen auch oft die dominanten Wortführer bzw. Klassensprecher an Schulen und Unis sind.

Aber sie stellen sicher nicht die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft in Frage.
Mit Thema meinte ich, nicht Teil des Lehrplans. Von außen betrachtet, scheinen die Thais lockerer mit dem Thema umzugehen. Ich habe aber den Eindruck, daß das oftmals nur Fassade ist - wie so viele andere Sachen auch.
 
Das du mal einen Marxisten zitierst finde ich interessant. :D
Nun ja: heisst ja nicht, dass den Mann bewundere oder seine Sicht teile ;)
Und: ich liess Hoffnung, mit dem Hinweis, dass wir dieses Chaos - so es eintritt - wohl kaum mehr erleben.

Nebenbei: eigentlich kennt man die Linken als immerzu optimistisch und kaempferisch. Jedes Chaos birgt ja fuer diese Leute per se die Chance den Arbeitern und Bauern das Paradies zu erschaffen. Dies klingt bei dem Linken eher nicht so.
 
Das kann ich mir nicht vorstellen. Die Millionen Tonnen an Abraum waeren mit Sicherheit aufgefallen und der Aufwand fuer Wasserhaltung und Kuehlung waeren sicher nicht unbemerkt an den Stuttgarten vorbeigegangen.
Vom Abraum für den Regierungsbunker an der Ahr stand auch nichts in den Zeitungen, obwohl es für die Anwohner klar war, dass da etwas Geheimes gebaut wird. Heute mit social media so nicht mehr möglich, daher muss man es in vorhandene Bauvorhaben einbetten und Chefredakteure briefen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass das ungewöhnliche Lüftungssystem und die Kostenexplosion beim BER etwas mit unterirdischen Räumlichkeiten zu tun hat.
Bei der Erweiterung des Kanzleramts für fast 1 Mrd. € bin ich mir schon absolut sicher, dass da mehr als nur Büros und Mitarbeiter-Kita gebaut werden. Anders als in Bonn kann man mitten in Berlin eben nicht mal eben in die Weinberge düsen. Auch das sind Vorbereitungen der Politkaste, kriegstüchtig zu werden.
 
... Bei der Erweiterung des Kanzleramts für fast 1 Mrd. € bin ich mir schon absolut sicher, dass da mehr als nur Büros und Mitarbeiter-Kita gebaut werden. ...

Bei Bauvorhaben von der öffentlichen Hand langen die beauftragten Unternehmen ordentlich zu, Wenn ein privater für einen Ziegelstein x € bezahlt, dann bezahlt der Staat 3*x € für den selben Ziegelstein. Das zieht sich wie ein roter durch alles, wofür der Staat Geld ausgibt. Ich kann mich noch dunkel an eine Artikel erinnern, wo berichtet wurde, dass bei einem im Bau befindlichen Marineschiff noch nachträglich ein fest montierter Dreibein für ein MG oder Leichtgeschütz ergänzt wurde. Da hat das zusammengeschweisste Ding aus Baustahl dann mehrer zehntausend Euro gekostet, bei einem Materialwert von maximal ein paar hundert Euro.

S21 konnte vom Bahnhof und den provisorischen Zugängen jederzeit aus unmittelbarer Nähe beobachtet werden. Es gab auch regelmäßig "Tage der offenen Baustelle". Nie und nimmer konnte da unbemerkt noch etwas geheimes dazugebaut werden. Ich stelle es mir auch als unmöglich vor, dass nicht irgendwer öffentlich Quatschen würde. Da waren über die Jahre mehrere tausend Arbeiter beschäftigt gewesen.
 
Wenn ein privater für einen Ziegelstein x € bezahlt, dann bezahlt der Staat 3*x € für den selben Ziegelstein.
Auch eine (legale) Form der Steuerrückerstattung. :whistle:

Nun ja: heisst ja nicht, dass den Mann bewundere oder seine Sicht teile ;)
Ist klar.

Nicht nur Marxisten, sondern die gesamte Linke, und damit meine ich nicht die gleichnamige Partei, wittert das Ende des Kapitalismus im 21ten Jahrhundert. Ein Thema dass sich dem Ende des Westens trifft. Die Kongruenz dieser Probleme ist offensichtlich, da die meisten westlichen Nationen ein lang andauernde kapitalistische Wirtschaftsordnung haben. Nach marxistischer Lesart mündet ein überalteter, überzogener Kapitalismus in der Revolution des Proletariats. Nach kontemporärer Lesart mündet er in einem System, dass der griechische Ökonom Yanis Varoufakis Technofeudalismus nennt. Das ist ein Art supranationale oligarchische Ordnung in der die Macht in der Hand von wenigen Technologie-Konzernen liegt, die globale Marktmonopole besitzen.

Nach Varoufakis hat die Digitalisierung von Kommunikation, Handel, und Wirtschaft zur Folge dass traditionelle Märkte durch Plattformen ersetzt werden. Wie mittelalterliche Grundherren, die öffentliches Land für sich erobern, einzäunen und aufteilen, beherschen Tech Unternehmen digitale Räume und erwirtschaften enorme Profite durch die sog. Cyber-Lehen von denen ihre Nutzer (Individuen und Firmen) abhängig sind. Deren "Cloud-Kapital" wird nicht durch traditionellen Handel erwirtschaftet, sondern durch Mieten, Abonnements und Gebühren für digitale Dienstleistungen, sowie durch das Datenkapital, dass die Nutzer selbst beisteuern. Algorithmen fungieren dabei als "feudale Wachen", die subtil steuern, was Nutzer sehen, kaufen und preisgeben.

Die Kritik am Kapitalismus kommt nicht nur von Marxisten, sondern auch zum Beispiel aus der Degrowth Bewegung, hier z.B. ein Plädoyer des politischen Autors und Universitätsprofessors Jason Hickel.

 
Die Linken - geschichtliche Lehren negierend immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand.

Einen "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" hatten wir schon - in Venezuela.
 
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