@Loso: Mayomm gibt es als Strauch und als Baum.
Auf dem Markt sah ich eine interessante Frucht, auf Thai heißt sie ลูกตาล (luug dtaan). Sie stammt von einer Palme, die ต้นตาล (dtonn dtaan) genannt wird. Botanisch heißt sie Borassus flabellifer, auf Deutsch Palmyrapalme. Diese Palme ist leicht erkennbar, sehr hoch mit schlankem Stamm, Blätter fächerförmig. Sie ist zweihäusig, d.h., es gibt weibliche und es gibt männliche Palmen. Diese sehen übrigens ganz verschieden aus, haben daher im Volksmund auch ganz verschiedene Thainamen. Die männliche Palme heißt bei der Landbevölkerung "จั่น" (djann), die weibliche "ทะลายตาล" (thalaidtaan).
Aus den Früchten gewinnt man seit langer Zeit Palmzucker. Erst später hat man Zucker aus Zuckerrohr (อ้อย = Eu) gewonnen. Das ist der Grund, warum Zucker auf Thai น้ำตาล (nahm dtaan) heißt.
Das Wort stammt aus dem Sanskrit tala = Palmyrapalme.
Früher hat man die getrockneten Blätter als Schreibunterlage benutzt, es sind zahlreiche Manuskripte besonders in Teluguschrift bekannt geworden.

An der Straße, die zu unserem Moobaan führt, gibt es einen Stand, an dem frittierte Teigstangen verkauft werden. Sie heißen auf Thai ปาท่องโก๋ (Pathonggoh), und ich esse sie sehr gern. Aber als ich vor einem guten Monat welche an dem besagten Stand kaufen wollte, meinte meine Frau, ich solle besser die Finger davon lassen, das Öl, in dem die Teigstangen frittiert wurden, was schwarz! Also alt, schon lange in Gebrauch. O.k. dachte ich, ich kaufe erst, wenn der Standinhaber das Öl frisch gewechselt hat. Aber jetzt ist mehr als 1 Monat vergangen, das Öl weist immer die gleiche Schwärze auf. Meine Frau meint, klar, das Öl wird bei KFC oder McDonald als schon gebrauchtes Öl billigst gekauft und hier weiterverwendet. Auch vor Verwendung von Ammoniak wird gewarnt! Dadurch wird der Teig etwas aufgeblasen, die Stücke werden größer. Da ist mir der Appetit vergangen! Unser Haushaltshilfe meint, sie werde die Teigstangen bei uns backen (und meiner Frau beibringen, wie man das macht).
Natürlich habe ich mich gefragt, woher das merkwürdige, so gar nicht thailändisch klingende Wort herkommt. Nun, es kommt vom Chinesischen 白糖粿, was im Hochchinesischen Báitáng guǒ ausgesprochen wird und nur entfernt ähnlich klingt. Das kommt daher, weil es vom Cantonesischen kommt, wo es „baahktònggòu“ ausgesprochen wird.
Ich hatte immer gedacht, Phuket würde sein Schweinefleisch vom Festland importieren, aber nein. Ich weiß jetzt, dass es sogar ziemlich viele Kleinbauern hier gibt, die jeweils ca. 10-12 Schweine züchten und diese, wenn das nötige Gewicht erreicht ist, verkaufen. Jetzt sah ich welche, die zum Verkauf bereit standen. Mine Frau berichtete mir, dass sie in ihrer Kindheit auch Schweine hielten, 4-5 Stück jeweils, die sie als kleine Ferkel kauften, nach vier Monaten wieder verkauften. Diese Schweine waren aber nicht schwarz, sondern rosa. Meine Frau hatte als Kind die Aufgabe, täglich 2mal die Schweine und den Fußboden vom Stall abzuspritzen.

Vor ein paar Tagen sah ich ein paar Kinder, die mit Käfern spielten. Sie hatten Nashornkäfer gefangen, die ich hier auch öfter finde, banden einen Faden um den Körper und ließen die männlichen Käfer gegeneinander kämpfen. Weibliche Nashornkäfer haben kein oder ein sehr kleines Horn, sie sind auch nicht kampfbereit. Die Jungen setzten die Männchen dazu auf einen waagerechten Ast. Der Verlierer fiel runter, der Sieger behauptete sich.

An dem Tag, als wir wegen der Überschwemmung auf der Zufahrtstraße zu unserer Siedlung im Hotel übernachten mussten, ist genau an der Stelle eine Frau ertrunken. Sie versuchte, zu Fuß die Überschwemmungsstelle zu überqueren, wurde aber von der Strömung umgerissen.T<
Im vorigen Post habe ich geschildert, wie ich zum ersten Mal mit dem Tode zu tun hatte, allerdings ohne die Leiche gesehen zu haben. Das sollte beim 2.Mal anders sein Viele Jahre nach dem Krieg starb mein Opa väterlicherseits, während ich seine Hand hielt! Er hatte mich gebeten, den Pastor zu holen, der ihm die Letzte Ölung gab, mein Opa war ja Katholik, dieses Sakrament zu Lebzeiten zu empfangen, war ihm wichtig. . Bis die damit verbundenen Gebete vorüber waren, hat er noch durchgehalten, dann ergriff er meine Hand und starb.
Mein Großvater hat mir viel beigebracht, obwohl er ein einfacher Mensch war. Er arbeitete bei der Firma Sönnecken in Bonn. Dor hatte er Federhalter zu produzieren. Er verdiente 20 Reichsmark pro Woche. Da er wie sein Bruder Jakob, der Maurer war, ein Haus bauen wollte, musste er extrem sparsam sein. 6mal pro Woche ging er zu Fuß zur Arbeit, etwa 10 km, und abends wieder zurück.
Er kaufte ein 13m breites, aber extrem langes Grundstück, Preis pro m² 0,50 Reichsmark! Sein Bruder kaufte ein gleiches Grundstück daneben. Dann wurde das Haus gebaut. Als ich jetzt nach Thailand fuhr, habe ich nochmals die ganzen Urkunden von damals durchgesehen. Der Preis für das Haus betrug 5000 RM, voll unterkellert, 2 Stockwerke und eine Mansarde, allerdings auch ein Plumpsklo, wie es damals üblich war.
Ich verstehe, dass er im 2. Weltkrieg, als eine Brandbombe das Dach durchschlagen hatte, sein Leben riskierte und die schon glühende und unmittelbar vor dexPlosion stehende Phosphorbombe mit bloßen Händen packte und am Dachfenster auf die Straße warf. Er war sehr stolz, das Haus gebaut zu haben, und hing sehr an ihm.
Das hinter dem Haus liegende Grundstück war in den 30er Jahren geteilt (etwa halbiert) worden, eine Straße wurde quer durch die Felder gebaut. Eine Entschädigung erhielt er nicht, man argumentierte, das Grundstuck rechts und links der neuen Straße sei ja jetzt Baufläche geworden und viel mehr wert. Mein Opa verkaufte das hintere Grundstück und bearbeitete das vordere, pflanze Obst und Gemüse, wir brauchten diese Dinge nicht zu kaufen. Eine Tochter von ihm und meine Mutter machten haltbar, was man haltbar machen konnte, man produzierte Gelee und Marmelade, Pflaumen und anderes Obst wurden „eingeweckt“. So hatten wir auch im Winter immer etwas aus dem Garten zu essen. Lange hielt er auch Kaninchen.
Mein Opa sammelte Briefmarken, bei der Firma Soennecken war er der einzige, jede Woche brachte er alle bei der Firma eingegangenen Briefmarken nach Hause. Er zeigte auch mir, wie man sammelt, wie man die Briefmarken in Wasser ablöst, zwischen Löschpapier trocknet, im Album anordnet. Und dass es nicht genügt, Sammelgegenstände nur zu besitzen, man muss auch viel darüber in Erfahrung bringen. Er ist an meiner Sammelleidenschaft schuld! Mein ganzes Leben habe ich etwas gesammelt, u.a. zunächst Briefmarken, dann Schmetterlinge, später Banknoten aus aller Welt.
Als er starb, habe ich lange geweint. Ich bin ihm dankbar für alles, was er mir gegeben hat.