Ich kann diese Sorgen Thailands gut verstehen, da ich mich seit einer Weile wieder mal in Phuket aufhalte, in der Höhle des Tourismuslöwen sozusagen. Gott sei Dank befindet sich mein Condo in einer ruhigeren Ecke, die hauptsächlich Expats, Langzeiturlauber und Familientouristen anzieht.
In Patong würde ich es ebensowenig aushalten wie in Pattaya, weil dort einfach zuviel von dem Pöbel herumläuft, den Thailand jetzt gerne aussieben würde. Besonders unangenehm fallen immer wieder arabische junge Männer und betrunkene Russen auf. Das Problem ist natürlich nicht auf einzelne Nationen beschränkt.
Es gab auch schon Idioten aus England, die mit dem Mietwagen auf einen belebten Strand fuhren und prompt steckenblieben. Es gibt die allgegenwärigen öffentlichen Kiffer, die Taschendiebe, die Mottorradraser die gelegentlich sich selbst und unschuldige Passanten zu Klump fahren, die als Touristen getarnten professionellen Preller, und natürlich die ganzen illegal Beschäftigten.
In Phuket sitzt viel Geld und das zieht bekanntlich Glücksritter aus aller Herren Länder an.
Es wäre allerdings nicht gerecht, alleine die Besucher der Insel für das Problem verantwortlich zu machen. Die Thailänder selbst haben einen großen Anteil an dem Problem. Und damit meine ich vor allem die thailändische Administration und Polizei. Man findet in Thailand kaum mehr Polizeikorruption als an den bekannten Touristenorten. Die Herren in Braun verdienen an dem Boom kräftig mit und der illegal abgezwackte Fundus fließt meist nach oben in die politische Ebene.
Für eine Provinz die so hohe Steuereinnahmen wie Phuket hat, ist die Infrastruktur ziemlich erbärmlich, sogar an der Westküste wo die Touristen sind. Das sieht man schon am Zustand der Straßen. Hier wird alles dem Profit geopfert. Auch die öffentlichen Krankenhäuser und Kliniken sind hier auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in Nordthailand, wo die Staatseinnahmen viel geringer sind.
Wenn man jetzt den Pöbel auf den Straßen gerne loswerden möchte, sollte man vielleicht mit den raffgierigen Kriminellen auf thailändischen Amtssesseln beginnen. Das wird allerdings eine schwieriges Unterfangen.