Tempel-Tour im hohen Norden: Chiang Mai und Umgebung

schwabenmanni

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Erster (und längerer Stopp) auf unserer (Tempel-)Tour durch den hohen Norden war in Chiang Mai.

Chiang Mai wurde bereits 1296 gegründet und hat mehrere Hundert Tempel.

Die meisten sind vom Stil der mächtigen Mengrai-Dynastie (1289 - 1558), der Blütezeit des damaligen Lan Na-Reiches geprägt.

Aber auch die spätere birmanesische Besatzung (1558 - 1774) und die kulturellen Verstrickungen mit anderen Reichen, wie z. B. den Khmer, den Yunnan, Ceylon und Indien, haben unverkennbare Spuren hinterlassen.

Als "Basislager" für unsere Erkundungen in und um Chang Mai herum hatten wir dieses Mal das Amora Tapae Hotel gewählt.

Das Amora Tapae hat über 200 Zimmer und liegt strategisch günstig gleich neben dem Thapae Gate, dem bekanntesten Eingangstor zur Altstadt.














Interessante Promotion-Angebote...





Große und modern ausgestattete Zimmer...





 
Erster (und längerer Stopp) auf unserer (Tempel-)Tour durch den hohen Norden war in Chiang Mai.

Chiang Mai wurde bereits 1296 gegründet und hat mehrere Hundert Tempel.

Die meisten sind vom Stil der mächtigen Mengrai-Dynastie (1289 - 1558), der Blütezeit des damaligen Lan Na-Reiches geprägt.

Aber auch die spätere birmanesische Besatzung (1558 - 1774) und die kulturellen Verstrickungen mit anderen Reichen, wie z. B. den Khmer, den Yunnan, Ceylon und Indien, haben unverkennbare Spuren hinterlassen.

Als "Basislager" für unsere Erkundungen in und um Chang Mai herum hatten wir dieses Mal das Amora Tapae Hotel gewählt.

Das Amora Tapae hat über 200 Zimmer und liegt strategisch günstig gleich neben dem Thapae Gate, dem bekanntesten Eingangstor zur Altstadt.














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Sieht sehr schön aus insgesamt 😀
 
Ja, das Amora Tapae war eine gute Wahl.

Außerdem auch mit einem hervorragenden und wirklich reichhaltigen Frühstück zur Stärkung für die (noch kommenden) ausführlichen täglichen Tempel-Touren...

















 
Wie gesagt, das Amora Tapae hat eine fast schon optimale Lage zur Erkundung der historischen Altstadt von Chiang Mai:

Auf der anderen Seite des direkt angrenzenden Wassergrabens, gleich neben dem Thapae Gate und der östlichen Stadtmauer.

Die Stadtmauer umgab einst die Altstadt auf einer Seitenlänge von jeweils 1,5 KM und ist, wie hier beim Thapae Gate stellenweise rekonstruiert.

Vollständig erhalten ist außerdem der umliegende Wassergraben (moat).

Diese Grundordnung erscheint aus der Vogelperspektive fast quadratisch und entspricht damit der buddhistischen Mandala-Kosmologie:

Der Wat Chedi Luang im Stadtkern symbolisiert den heiligen Berg Meru, das Zentrum des mythologischen Universums, während die acht wichtigsten, an den Kardinalpunkten der Innenstadt erbauten Tempel die um ihn kreisenden Planeten repräsentieren.

Das rekonstruierte Thapae Gate war einst das wichtigste Eingangstor zum Stadtkern.

Insbesondere zu Zeiten König Mengrais gelangten hier Händler, Mönche und Delegationen angrenzender Königreiche von den Landungsstegen am Ping River in das Stadtzentrum.











Der Stadtgraben...



 
Und da der Wat Chedi Luang der wichtigste und historisch bedeutendste Tempel von Chiang Mai ist, sind wir zuerst dort hin gepilgert.

Berühmt und bekannt ist der im Herzen der Altstadt gelegene Tempel insbesondere wegen seines imposanten, im 16. Jahrhundert durch ein Erdbeben allerdings leider teilweise zerstörten, Stupa (Chedi) aus dem 14./15. Jahrhundert.

Er war einst (und auch noch heute) das Wahrzeichen der Stadt und ist bis heute eine wichtige kulturelle und religiöse Stätte.

Dort war von 1482 bis 1547 der hochverehrte Smaragd Buddha beherbergt, der nun im Wat Phra Kaeo in Bangkok ist. Heute ist an der Stelle, wo er früher im Wat Chedi Luang war, lediglich noch eine Replik aus schwarzem Jade.

Der Tempelkomplex umfasst mehrere Gebäude. Unter anderem den Viharn Luang, wo eine große Jade-Buddha-Statue ist.

Außerdem eine große Gebetshalle mit einem acht Meter hohen goldenen Buddha, flankiert von zwei Statuen seiner Jünger.

Links der Pforte außerdem der Inthakin, Gründungspfeiler und geographischer Nabel der Stadt.

Er ist, wie auch die drei riesigen, angeblich schon um 1800 gepflanzten Yang-Bäumen dem Schutzgeist der Stadt gewidmet. Wobei der höchste von ihnen heute 40 Meter hoch ist und einen Stammumfang von 10,6 Meter hat.
 
Mit dem Bau des Wat Chedi Luang und des zentralen Stupa wurde im 14. Jahrhundert begonnen, als König Saen Mueang Ma dort die Asche seines Vaters aufbewahren wollte. Nach 10 Jahren Bautätigkeit blieb der Stupa und andere Gebäude jedoch unvollendet.

Erst als der König selbst starb führte seine Witwe dann den Bau fort. Vollendet wurde die Anlage dann allerdings erst Mitte des 15. Jahrhunderts von König Tilokharatcha.

Seinerzeit war der zentrale Chedi 82 Meter hoch und hatte an der Basis einen Durchmesser von 54 Meter. Damit war er damals das höchste Bauwerk des Lan Na Königreichs.

1468 wurde dann der Smaragd-Buddha in einer nach Osten ausgerichteten Nische aufgestellt.

Nach dem Erdbeben im Jahr 1545 brach dann leider die Struktur der obersten 30 Meter des Chedi zusammen.

Kurz danach (1551) verbrachte man dann den Smaragd-Buddha nach Luang Prabang in Laos.

In den frühen 1990er Jahren wurde der Chedi mit Hilfe der UNESCO und der Regierung von Japan zu seinem heutigen Zustand rekonstruiert. Außerdem auch die aktuellen Elefantenstatuen, die den Chedi einst "trugen".

Das Ergebnis war allerdings umstritten, da die neuen Element im zentralen Thai-Stil und nicht im typischen Lanna-Stil gehalten sind.
 
Gleich hinter dem Eingangstor dann der Schrein mit dem Inthakhin City Pillar.

Der Legende nach wurde die Säule am 12.4.1296 von König Mangrai bei der Stadtgründung im Wat Sadue Mueang (Tempel des Nabels der Stadt), auch bekannt als Wat Inthakin, an der Inthawarorot Road errichtet.

Im Jahr 1800 wurde sie dann von König Kawila, dem damaligen Lanna-König, an ihren heutigen Standort in einem Schrein auf dem Tempel-Gelände des Wat Chedi Luang gebracht.

Einer weiteren Legende nach wurde die Verehrung der Stadtsäule von der ethnischen Gruppe der Thai Yuan, die die Stadt Chiang Mai auf den Fundamenten einer älteren Lawa-Stadt errichtet hatten, von einer Zeremonie des Volkes der Lawa (den ursprünglichen Bewohnern Nord-Thailands, übernommen.

Der Legende nach hatten die Lawa von Gott Indra eine Säule zum Schutz vor Unheil erhalten. Nachdem diese ursprüngliche Säule auf Befehl Indras wieder entfernt worden war, wurde den Lawa aufgetragen, eine Nachbildung an der früheren Stelle aufzustellen.

Wenn diese Säule weiterhin verehrt würde und die Menschen ein tugendhaftes Leben führen würden, würde die Stadt Wohlstand erlangen und vor Schaden bewahrt werden.
 
Der Schrein mit dem Inthakhin City Pillar:

Aber, man beachte:

FOR MEN ONLY!

Zum Inneren des Gebäudes haben Frauen keinen Zutritt.

Und die Begründung:

"Women are prohibited to enter because they menstruate"!

Und hier die dazu gehörenden Bilder...













Und: "For women"...

...vor dem Schrein eine "Nachbildung" des Inthakin...



Und gleich daneben:

Unter einem der drei großen und mächtigen Yang-Bäume: Chao Kawila, der den Sao Inthakhin im Jahr 1800 an seinen heutigen Standort versetzt hatte...

 
Gleich nach dem Eingangstor und neben dem Schrein mit dem Sao Inthakhin City Pillar:

Der Wihan Luang (die große Versammlungshalle).

Er hat eine lange "Geschichte" und wurde ursprünglich als einfaches Holzgebäude bereits 1412 von Tiloka-Choda, der Mutter des Königs Sam Fang Kaen erbaut.

1577 wurde es von König Tilokarat durch einen 18 mal 38 Meter großen Neubau ersetzt.

Bei einem großen Brand wurde auch dieses Gebäude zerstört, aber rasch wieder aufgebaut.

1889 wurde dann von König Intha Wichayanon der gesamte Wihan abgerissen und neu aufgebaut.

Der Wihan Luang mit seinen heutigen Ausmaßen stammt schlussendlich von 1928/29, als er von Chao Kaeo Nawarat auf 20 mal 51 Meter vergrößert worden ist.

Die dortige Haupt-Buddha-Statue ist der über 8 Meter hohe Phra Chao Attarot, der von zwei Statuen von Jüngern Buddhas flankiert wird:

Die 4,43 Meter hohe Statue des Moga Ilana und die 4,19 Meter hohe Statue des Sariputta.



















 
Im vorderen sowie im rückwärtigen Bereich des Wihan Luang:

Zwei kleinere Chedi mit einer vergoldeten Spitze sowie zwei weitere, etwa 13,4 Meter hohe Chedi mit mehreren Nischen, in denen sich kleinere vergoldete Buddha-Statuen befinden und die ebenfalls vergoldete Spitzen haben.

Wobei die rückwärtigen Chedi ebenso alt wie der Tempel sein sollen und erst 1993 mit privaten Mitteln restauriert worden sind...







 
Erst in neuerer Zeit wurde gleich neben dem hinteren (restaurierten) Chedi außerdem ein weiterer Wihan im traditionellen Lanna-Stil erbaut.

Er ist gänzlich dem Gedenken an Phra Ajahn Mun Bhuridatta (1870 bis 1949) gewidmet, der Anfang der 1920er Jahre hier als Abt gelebt hatte.

Er war ein theravada-buddhistischer Mönch, der zusammen mit seinem Lehrer, Ajahn Sao Kantasilo Mahathera Begründer der thailändischen Waldtradition war.

Er gilt außerdem auch als der größte Arahant Zen-Master des modernen Thailand.











Im Inneren des Wihan:

Lebensgroße Statuen des Lehrers und seines berühmtesten Schüler Ajahn Maha Bua Nanasampanno...







 
Er ist gänzlich dem Gedenken an Phra Ajahn Mun Bhuridatta (1870 bis 1949) gewidmet, der Anfang der 1920er Jahre hier als Abt gelebt hatte. Er war ein theravada-buddhistischer Mönch, der zusammen mit seinem Lehrer, Ajahn Sao Kantasilo Mahathera Begründer der thailändischen Waldtradition war.
Tja, und dem Ajahn Mun hat die Stelle als Abt in Chiang Mai überhaupt nicht gepasst. Er hat sich über die vielen Ehrungen und Verpflichtungen beklagt und die Stellung nach einem Jahr an den Nagel gehängt mit der Begründung das Ämter und Funktionen auf dem buddhistischen Weg ein Hindernis seien. Danach "verschwand" er für mehr als ein Jahrzehnt in den Wäldern und Höhlen von Nordthailand.
 
Ja Ajahn Muns Lebensweise war streng und zurückgezogen. Er befolgte gewissenhaft die Vinaya (die klösterliche Disziplin) und hielt sich an viele der sogenannten 13 klassischen Dhutanga- Praktiken (asketische Praktiken), wie beispielsweise das Leben von Almosen, das Tragen von Roben aus ausrangierten Stoffen, das Leben im Wald und das Einnehmen nur einer Mahlzeit am Tag.
Er suchte einsame Orte in der Wildnis Thailands auf, um in Ruhe meditieren zu können, er wollte denn wahren Weg Buddhas gehen und sich vielen Verpflichtungen und Ehrungen entziehen, das war nicht sein Weg den er gehen wollte und war auch bereit, die Entbehrungen des Lebens im Wald auf sich zu nehmen...
 
Genau so war es!

Eine Zusammenfassung des Lebens und Werdegangs von Ajahn Muhn habe ich bereits #17 gepostet.

Und weil sein Leben so ungewöhnlich war, hier die Info-Tafel noch einmal...

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