Tempel-Tour in Nord-Thailand: Lamphun und Lampang

schwabenmanni

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Lamphun ist etwa 260 KM nördlich von unserem "Zweitwohnsitz" in Sukhothai, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und bekannt für seine lange Geschichte als antikes Königreich in Nord-Thailand.

Die Gründung war traditionellen Chroniken nach bereits um 660.

Ich bin 8. bis zum 13. Jahrhundert war Lamphun die Hauptstadt des mächtigen Haripunjaya-Königreichs der Mon, dessen Gründerin die legendäre Prinzessin Chamadevi gewesen sein soll.

1292/1293 wurde Lamphun dann vom Tai-Fürsten Mangrai erobert und zu einem Teil des Königreichs Lan Na.

Ab dem 16. Jahrhundert stand Lamphun für zwei Jahrhunderte unter burmesischer Herrschaft.

1783 wurde das Königreich Lan Na und damit auch Lamphun dann endgültig Siam, dem heutigen Thailand, zugeschlagen.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Lamphun gehören der Wat Phra That Hariphunchai und der Wat Cham Thewi (auch bekannt als Wat Ku Kut), die aus der Zeit des alten Hariphunjaya-Reiches stammen und außerdem der Wat San Pa Yang Luang, der einer der 10 schönsten Tempel Thailands sein soll.
 
Mitten im Zentrum der historischen Altstadt von Lamphun:

Der Wat Phra Thad Haripunchai (Kloster der heiligen Reliquie von Hariphunchai).

Er ist der wichtigste Tempel des damaligen Mon-Königreichs von Hariphunchai.

Seine Ursprünge gehen der Legende nach bis ins Jahr 897 zurück. König Aditya Ratcha soll damals dort eine Stupa errichtet haben, um eine Reliquie von Buddha (ein Haar) aufzubewahren, die er vergraben im Garten seines Palastes gefunden hatte.

Die Wat-Anlage selbst wurde 1044 von König Athitayarat errichtet. Und zwar an der Stelle, an der der Palast der legendären Königin Chamadevi gewesen sein soll.

Seine heutige Form erhielt die Anlage allerdings erst im 15. Jahrhundert durch König Tilokarat.

Im thailändischen Volksglauben wird der Wat mit dem chinesischen Tierkreiszeichen des Hahns in Verbindung gebracht. Vor allem im Jahr des Hahns Geborene pilgern deshalb viele Thailänder oft und gerne hierher.

Höchst beeindruckend ist insbesondere der heute 46 Meter hohe Phra Maha That Chedi.

Ursprünglich war dies nur ein vier Meter hoher Reliquienschrein mit dem Haar Buddhas. Im 13. Jahrhundert wurde um ihn herum ein etwa 8 Meter hoher Chedi gebaut. Der heutige Chedi wurde dann 1448 von König Tilokarat errichtet.

Anfangs des 19. Jahrhunderts wurden von König Kawila dann die großen Zeremonien-Schirme an den vier Ecken sowie oben an der Spitze ein neunstufiger Schirm, der insgesamt aus 68 Kilo Gold bestehen soll, hinzugefügt. Wobei anderen Angaben zufolge nur die Schirmspitze aus reinem Gold und auch nur 7 Kilo schwer sein soll.













Hier zusammen mit dem gleich daneben errichteten Viharn Luang (der großen Versammlungshalle), der 1925 umfassend renoviert worden ist, nachdem das vorherige Gebäude 1915 bei einem Erdbeben eingestürzt war...







 
Großer Bronzegong mit fast 2,30 Metern Durchmesser aus dem Jahr 1860, der der größte im ganz Thailand (manche sagen sogar auf der ganzen Welt) sein soll...



Und hier in der südwestlichen Ecke des Tempelgeländes:

Eine große Steinplatte mit einem überdimensional großen Fußabdruck (Alter unbekannt). Gläubige sehr darin eine Bestätigung der Legende, dass Buddha auch in dieser Gegend gewesen sein soll...



Und noch weitere Impressionen von der weitläufigen Tempel-Anlage...

















 
Nächster Stopp in Lamphun war der Wat Chamadevi, oder wie die Einheimischen ihn nennen, der Wat Ku Kut.

Er ist eines der letzten erhaltenen Beispiele der Mon-Dvaravati-Architektur.

Der Tempel wurde um 1150 von König Athitayarat als Erinnerung an seinen Sieg über die Khmer gegründet. Und zwar als Lamphun die Hauptstadt des Mon-Dvaravati Königreichs Hariphunchai war.

Der lokalen Legende nach soll er allerdings schon viel früher zu Zeiten von Königin Chama Thewi errichtet worden sein, die die Stadt Lamphun im 8. Jahrhundert gegründet hatte.

Besonders imposant ist der Chedi Suwan Chang Kot, eine gut erhaltene Stufenpyramide mit 5 absteigenden Ebenen.

Wobei jede Ebene mit stehenden Buddha-Figuren verziert ist, die die Vergebung symbolisieren.

In ihm sollen außerdem die sterblichen Überreste der Königin Cham Thewi sein.

Der Chedi ist 21 Meter hoch und aus Ziegelsteinen und mit Stuck verputzt.

Da der Chedi im Laufe der Jahrhunderte zerfallen war, wurde er später Ku Kut (zerbrochener Viharn) genannt...

















 
Ein weiteres gut erhaltenes Überbleibsel aus der Mon-Dvaravati-Epoche ist der achteckige und 11,5 Meter hohe Chedi Rattana.

Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1218, als es König Saphasit zur Erinnerung an seinen Sieg über die Khmer hat errichten lassen.

An jeder der 8 Seiten ist übrigens eine Nische, in der eine stehende Buddha-Statue ist...





Und hier noch ein weiterer Chedi, der allerdings erheblich jüngeren Datums ist.

Auch interessant ist hier, dass in jeder Seite des quadratischen Bauwerks eine Nische ist, in der eine goldene Buddhaststue ist...





 
Und dann waren wir auch noch im Wat Sanpa Yang Luang, dem "White Temple".

Der Tempel wurde bereits im Jahr 531 gegründet und ist der erste buddhistische Tempel des Lanna-Königreichs.

Er soll einer der 10 schönsten Tempel Thailands sein (was ich allerdings doch etwas bezweifle).

Das herausragende Merkmal der Anlage sind seine Schnitzereien und kunstvollen Verzierungen, wobei die meisten in Weiß gehalten sind...





















 
Der dortige Wat Phra Viharn Phra Keaw Khong wurde aus Malabar-Eisenholz und Rosenholz aus Laos, Myanmar und Thailand erbaut.

Von der Vorderseite aus sieht man ein fünfstöckiges Dach mit fünf Chedi, die den fünf Göttern gewidmet sind und drei weiteren Chedi.

In der goldenen Pagode soll - wie so oft in Thailand - eine Reliquie Buddhas sein...























 
Und da Tempel-Hopping bekanntlich hungrig macht, sind wir anschließend natürlich auch noch Futtern gegangen.

Und zwar ins Old Lamphun Khao Soi, gleich um die Ecke beim Wat Phra Thad Haripunchai, wo es das beste Khao Soi in Lamphun gibt...
















 
Im Inneren: rustikal-einfach, aber gemütlich...









Die Front-"Theke" mit einer uralten Kaffeemaschinen, die immer noch im Einsatz ist...







...und der Kaffee war auch super lecker!
 
Von Lamphun ging es dann weiter in Richtung Lampang.

Und zwar zum 70 KM östlich von Lamphun und round about 20 KM vor Lampang gelegenen Wat Phrathat Lamphang Luang.

In seiner jetzigen Ausgestaltung wurde der Wat im 15. Jahrhundert erbaut.

Die Tempel-Anlage gilt als eines der authentischsten und best erhaltesten Beispiele der Lanna-Architektur in Nord-Thailand.

Wobei dem Mythos nach die Ursprünge der Anlage schon im 7. Jahrhundert während der Regierungszeit der Königin Chamadevi liegen sollen.

Prägend für die Anlage ist der zentrale goldene Stupa (der Haupt-Chedi) im klassischen Lanna-Stil.

Außerdem der Wiharn Luang, der ebenfalls in der für Lanna-Tempel typischen offenen Bauweise mit drei gestaffelten Dächern errichtet worden ist.

Im Haupt-Chedi befinden sich Reliquien Buddhas (Knochen und Asche, die nach der Einäscherung Buddhas gesammelt worden sein sollen).

Außerdem soll dort ein Haar von Buddha sein. Dieses soll er der Legende nach den einheimischen Lawa geschenkt haben, als er einst in der dortigen Gegend war und sie ihm Honig zum Essen gaben.
 
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