Thailand <==> Cambodia

Der Versuch die Aufmerksamkeit auf die Veröffentlichung anstatt deren Inhalt zu lenken ist offensichtlich ziemlich misslungen.
 
Kambodscha verbietet ab morgen den Import von Oel und Gas aus Thailand.

Ob das nicht zum "Selbstschuss" wird, mir ist nichts von heimischen Vorkommen bekannt und bei der heutigen Weltlage koennte es schwierig werden, sich andernorts einzudecken...

Die Alternativen sind jedenfalls teuer. Ja, das wird zum Schuss in den eigenen Fuß, wie bei allem, mit dem sie versuchen Thailand zu schaden.
 
Kambodscha verbietet ab morgen den Import von Oel und Gas aus Thailand.

Ob das nicht zum "Selbstschuss" wird, mir ist nichts von heimischen Vorkommen bekannt und bei der heutigen Weltlage koennte es schwierig werden, sich andernorts einzudecken...
Wahrscheinlich hat sich die Fuehrung Kambodschas bereits darauf eingestellt vom zwangslaeufig folgenden Schmuggel zu profitieren. Wir reden ueber Suedostasien :) .
 
Vor ein paar Tagen anlässlich des Nahostkonflikts die Meldung dass die Ölreserven Thailands für 60 Tage reichen. Vielleicht noch eine Handvoll Tage mehr, wenn man nichts an die Nachbarn abtreten muss
 
Kambodscha verbietet ab morgen den Import von Oel und Gas aus Thailand.

Ob das nicht zum "Selbstschuss" wird,
Davon kann man ausgehen. :LOL:

Das ist allerdings nicht der erste Schuss in den eigenen Fuß. Kambodscha hatte bereits vor 10 Tagen den Elektrizitätsimport aus Thailand gestoppt, sowie verschiedene Internetdienste. Das hatte bisher drastische Folgen für die eigene Versorgung.

Auch in Phnom Penh gingen in den vergangenen Tagen immer wieder die Lichter aus. Die Khmer Times behauptet das passiert aufgrund von Installations- und Wartungsarbeiten. Was für ein ungünstiger Zufall.
 
Mit Vietnam war Kambodscha auch im Konflikt. Nun also mit Thailand.

Was sind die historischen Gründe? Auch da vergangene Größe, verbunden mit Gebietsverlusten?
 
Was sind die historischen Gründe? Auch da vergangene Größe, verbunden mit Gebietsverlusten?
Ja, das geht in die richtige Richtung. Wer die (oft irrationalen) Reaktionen Kambodschas auf die Probleme mit Nachbarstaaten aufmerksam verfolgt hat, wird mir vielleicht zustimmen, dass man es hier mit dem psychologischen Profil eines gekränkten Volkes zu tun hat. Nicht nur die vergangene Größe des Khmer Imperiums, sondern auch die komplette Annihilation der Oberschicht und der Inteligenzia während der Pol Pot Phase wiegen schwer auf Kambodscha. Es gab zwar in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein solides Wachstum, aber das Volk fühlt sich gegenüber Vietnam und Thailand im Hintertreffen.

Kambodscha befindet sich sozusagen in einer verlängerten "Yeltsin Phase".
 
Das kann auch im persönlichen Umgang offensichtlich werden.
Im Studentenwohnheim von Mai waren Vietnamesen und Laoten auch privat eng verbunden.
Aber die Kambodschaner wahrten Distanz - inoffiziell, denn offiziell waren es "Brudervölker".
 
Mit Vietnam war Kambodscha auch im Konflikt. Nun also mit Thailand.

Was sind die historischen Gründe? Auch da vergangene Größe, verbunden mit Gebietsverlusten?

Das merkwürdige Verhältnis zu Vietnam war - wie bereits erwähnt - etwas, was ich bei meinen Besuchen von Kambodscha versucht habe erklärt zu bekommen.

Karlotta beschreibt es in der Antwort auf meine Frage nachfolgend - was auch meiner Einordnung entspricht:

Die Beziehung zwischen Vietnam und Kambodscha ist historisch und politisch extrem komplex und war über Jahrhunderte von einer Mischung aus Koexistenz, Konflikt und wechselseitiger Abhängigkeit geprägt. Obwohl Vietnam Kambodscha 1979 von dem Terrorregime der Roten Khmer befreite, wurde (und wird teilweise immer noch) diese Intervention von vielen Kambodschanern mit Misstrauen und sogar Abneigung betrachtet.

Hier sind die Hauptgründe dafür:

1. Lange Geschichte der vietnamesischen Expansion und des Misstrauens:

  • Historische Rivalität: Die Geschichte Kambodschas ist stark von der Angst vor seinen größeren Nachbarn geprägt, insbesondere Thailand (Siam) im Westen und Vietnam im Osten. Vietnam hatte in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder kambodschanisches Territorium annektiert, darunter das fruchtbare Mekong-Delta (Kampuchea Krom), das viele Khmer als ihr angestammtes Land betrachten. Diese historischen Gebietsverluste sind tief im kollektiven Gedächtnis der Kambodschaner verankert.
  • Wahrgenommene vietnamesische Dominanz: Viele Kambodschaner sehen Vietnam als eine Bedrohung für ihre kulturelle Identität und nationale Souveränität. Dies führte zu einem tief verwurzelten anti-vietnamesischen Nationalismus.

2. Die Invasion von 1979 als "Besatzung" und nicht nur "Befreiung":

  • Vietnamesische Motive: Obwohl Vietnam das Ende des Genozids der Roten Khmer herbeiführte, sah Hanoi seine Intervention auch als notwendige Reaktion auf die zunehmenden Grenzübergriffe und Provokationen der Roten Khmer, die ein Sicherheitsrisiko für Vietnam darstellten. Es war also auch eine militärische Operation aus Eigeninteresse.
  • Einsetzung einer Marionettenregierung: Vietnam setzte nach dem Sturz Pol Pots die "Volksrepublik Kampuchea" (VRK) unter der Führung von Heng Samrin und Hun Sen ein. Diese Regierung bestand aus ehemaligen Roten Khmer-Kadern, die vor Pol Pots Säuberungen nach Vietnam geflohen waren. Für viele Kambodschaner und die internationale Gemeinschaft war dies eine von Vietnam installierte Marionettenregierung, der es an Legitimität fehlte.
  • Anhaltende vietnamesische Präsenz: Die vietnamesischen Truppen blieben bis 1989 in Kambodscha präsent. Diese zehnjährige Anwesenheit wurde von vielen als Besatzungwahrgenommen, die die Souveränität Kambodschas einschränkte, anstatt sie zu sichern. Das Gefühl, von einem Nachbarn dominiert zu werden, blieb bestehen.

3. Internationale Isolation und Folgen der vietnamesischen Intervention:

  • Internationale Verurteilung:Viele westliche Länder, China und die ASEAN-Staaten verurteilten die vietnamesische Invasion als Verletzung der Souveränität Kambodschas und erkannten die von Vietnam installierte Regierung nicht an. Stattdessen hielten die Vereinten Nationen am Sitz der gestürzten Demokratischen Kampuchea (also der Roten Khmer) fest, da sie eine Legitimierung der vietnamesischen "Besatzung" ablehnten.

  • Fortgesetzter Bürgerkrieg: Die vietnamesische Präsenz führte nicht sofort zu Frieden. Stattdessen unterstützten China, die USA und Thailand die Widerstandsgruppen (darunter auch die Roten Khmer) im Kampf gegen die vietnamesisch unterstützte Regierung. Das führte zu einem weiteren Jahrzehnt des Bürgerkriegs und internationaler Isolation Kambodschas.

4. Wahrnehmung von Hun Sen als "Marionette":

  • Aufstieg durch Vietnam: Hun Sens politische Karriere begann in der VRK-Regierung, die direkt von Vietnam eingesetzt wurde. Er war eng mit Hanoi verbunden und wurde von Vietnam militärisch und politisch gestützt.
  • Abhängigkeit: In den ersten Jahren war Kambodscha wirtschaftlich und militärisch stark von Vietnam abhängig. Diese Abhängigkeit nährte die Wahrnehmung, Hun Sen sei eine "Marionette" Hanois.
  • Rhetorik des Widerstands: Die Oppositionskräfte und insbesondere die Roten Khmer nutzten diese "Marionetten"-Rhetorik gezielt, um Hun Sen und seine Regierung zu delegitimieren und ihren eigenen Kampf als "Kampf für die nationale Befreiung gegen die vietnamesischen Invasoren" darzustellen.
  • Lange Zeit nach dem Abzug: Obwohl Vietnam seine Truppen 1989 abzog und Hun Sen später seine eigene Macht konsolidierte und sich international öffnete, hielt sich das Misstrauen und das Bild der "vietnamesischen Marionette" in Teilen der Bevölkerung und unter seinen Gegnern noch lange.
Die komplexe historische und geopolitische Lage, gepaart mit nationalistischen Gefühlen und der Art und Weise der Intervention, führte dazu, dass Vietnams Rolle in Kambodscha trotz der Befreiung vom Völkermord in den Augen vieler Kambodschaner und der Welt nicht nur positiv wahrgenommen wurde.
 
Mit Vietnam war Kambodscha auch im Konflikt. Nun also mit Thailand.

Was sind die historischen Gründe? Auch da vergangene Größe, verbunden mit Gebietsverlusten?
Wahrscheinlich sind die Ursachen im 19. Jahrhundert zu suchen, als Kambodscha Vasall von Thailand und Vietnam war. Letztendlich musste Thailand dann seine Ansprüche zugunsten Frankreich abgeben.
 
Stiefsohn arbeitet jetzt seit ungefähr 3 Wochen ohne einen freien Tag. Er kann zwar raus aber nicht wieder rein.

Alle Angestellten des Ladens die zur Grenzschliessung in Thailand waren, fehlen jetzt natürlich. Also hat man ihn gebeten zu bleiben und mit klotzigen Zusatzbonis bedroht. Ich hoffe, dass er uns diesen Monat etwas Geld schicken kann.:D

Die fälligen Fees (500 THB/Tag) für seinen Overstay werden dann ebenfalls von der Firma übernommen, falls es keine andere Regelung geben sollte.

Er hat kein Problem damit, seine Süsse aber schon. Meine Frau hat ihr vorhin einen Vortrag gehalten, weil sie das Gemaule nicht mehr hören konnte.:)
 
Diese Provokationen und Grenzverletzungen seitens des kambodschanischen Militärs gibt es schon länger und sie waren auch der Grund für den tödlichen Feuerwechsel im Mai. Es ist schwierig zu sagen, was die Kambodschaner damit bezwecken. Eine gute taktische Erklärung gibt es dafür nicht. Es entsteht der Eindruck, dass die militärischen Kräfte in Kambodscha im Moment kopflos sind.
 
Zurück
Oben