Beim Schlangen einsammeln gebissen worden.
gestern am frühen Morgen - nach Zeitrechnung meiner Frau - begab es sich,dass ich mit meinem alten Kumpel Mackgeiver auf einer meiner Terrassen sass und beim Fachsimpeln über die neueste Schnürschuhzubindhilfe für Saharaausflüge die Hunde begannen,die Ecke mit der historischen Blumentopfsammlung meiner Frau neu zu ordnen.
Wir waren zunächst etwas verblüfft,da Ordnungssinn eine völlig neue Seite an meinen einzigen Freunden gewesen wäre. Der nächste Gedanke war dann aber der naheliegendste: Eine Schlaaaaaaange. Meine Frau hantierte in der Küche am anderen Ende des Gebäudes,also musste es eine echte sein.
Ich quälte mich dann aus meinem 1900 Baht Gartenstuhl heraus und überwand die 3m zum Ort des Geschehens im eleganten Sprung. Nachdem ich mich durch drei Hunde gekämpft hatte,entdeckte ich dann auch die Schlange des Anstosses zwischen Schuppenwand und den Blumentöpfen.
Sie war ziehmlich gross und ihre Haut hatte das Muster einer Designerhandtasche.
Erstaunlich,was die Natur so hervorbringt.
Ich meinte zu Mackgiver,er solle mal die Schlangenfangstangenbauanleitung heraussuchen,derweil ich versuchen wollte,den Hunden ihren Killerinstinkt auszureden.
Er überreichte mir dann völlig aufgelöst ein Streichholz ,einen Hosenknopf und zwei Glasmurmeln. Nachdem ich den Hosenknopf zu den anderen in meinem Geldbeutel getan hatte und die zwei Murmeln nach den Hunden geworfen hatte,fragte ich ihn,was ich mit dem blöden Streichholz soll.
Mann,muss man denn alles selber machen? Also ergriff ich ein blaues Plastewasserrohr und das kürzlich gerrissene Hängemattenseil - welches mich erneut an mein immer noch schmerzendes Steissbein erinnerte - und fädelte dieses vermaledeite Seil durch das Wasserrohr,dabei immer mal wieder mit diesem nach den Hunden stossend.
Das hing dann natürlich bei der Hälfte und ich musste noch ein paar meter Binddraht von der Rolle lösen um diesen erstmal in das Rundprofilrohr einzufädeln um daran dieses Drecksschweinemistseil zu befestigen um es dann endlich bis zum anderen Ende ziehen zu können.
Nun stellte ich fest,dass das Rohr zu lang war um vorne nach dem richtigen Ende der inzwischen als Mäusephyton indentifizierten Kobra zu schauen und gleichzeitig das Ende des Seils zu ergreifen,um die Schlinge fest zu ziehen.
Ich überlegte mir,ob ich dieses Rohr eventuell später noch einmal benötigen würde und nahm dann davon Abstand,es auf eine praktische Länge zu sägen.Ich war mir auch nicht sicher,ob es überhaupt lang genug war , um die Schlange dann auf ausreichend Distanz zu halten.
Also musste meine Frau herbeigeholt werden,da Mackgeiver damit beschäftigt war,mit beiden Händen seine Hose festzuhalten.
Also rief ich meine Frau und nach dem zehnten Mal hörte ich auch das Schlurfgeräusch ihre Badeschlappen.Nur mittels eines elften bis dreizehnten Rufes gelang es mir,die Frequenz des Schlurfgeräusches marginal zu erhöhen.
Nun hatte meine Frau also das Ende des Seiles in der Hand und wartete auf mein Kommando,es nach hinten zu ziehen , derweil ich mit einer Hand die Stange dirigierte,um die Schlinge um den Hals des Ungeheuers zu platzieren und mit der anderen Hand die Hunde fern zu halten.
Es war garnicht so einfach,das richtige Ende der Schlange zu finden,denn die lag zusammengeschlängelt hinter einem Berg Blumentöpfe. Die musste ich dann mit der freien Hand erstmal wegräumen und dabei zu riskieren, gefährlich nahe in Bissreichweite zu kommen.
Schliesslich hat dann meine Frau im richtigen Augenblick am Seil gezogen und ich hatte zum ersten mal in meinem leben eine Schlange mit Hilfe einer Schlangenfangstange gefangen.
Jetzt hiess es,das widerspenstige Tier da aus seiner Deckung zu zerren,ohne dass die Hunde eine Chance habe es zu zerfleischen. Ich wollte,dass wir alle lebend aus dieser Situation herauskommen. Ohne Einsatz von Kochtöpfen oder einem letzten Hospitalbesuch
Irgendwie musste die etwa 3,75m lange - es könnten auch nur 3,70 gewesen sein,auf jeden Fall waren es aber über 4m - Schlange über den Zaun ins Freie gebracht werden und meine Frau die Gelegenheit bekommen,meinen heroischen Endkampf mit dem Untier auf Zelluloid zu bannen.Und noch die Hunde....
Unten ist nun das unter höchst gefährlichen Bedingungen entstandene ,die wahren Grössenverhälnisse leider nur etwas verfälscht wiedergebende Ergebnis zu sehen.
Ich musste die Schlange auch so schnell wie möglich über den Zaun bringen,ehe meine Frau wieder gelegenheit hat Idden für eine neue handtasche und wochenlange Diskussionen darüber zu bekommen. Es bleibe also keine Zeit für ein ordentlich gestelltes Foto.
